Prozess gegen Yasin Mohamed: YouTuberin Kiki berichtet exklusiv über Tag 2

Neue, detaillierte Einblicke in das laufende Strafverfahren gegen Reality-TV-Darsteller Yasin Mohamed vor dem Amtsgericht München: YouTuberin Kiki, eine enge Freundin der Klägerin Sophie Imelmann, begleitete den zweiten Verhandlungstag persönlich im Gerichtssaal. In einem ausführlichen YouTube-Video schilderte sie nun anhand ihres eigenen, über zwei Tage erstellten Gedächtnisprotokolls die dramatischen Geschehnisse der mehr als sechsstündigen Sitzung.
Sophie Imelmann tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf, während die öffentliche Anklage von der Staatsanwaltschaft geführt wird. Im Raum steht der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs nach TV-Dreharbeiten. Kiki Spieß stellte in ihrem Video gleich zu Beginn klar, dass für den Angeklagten weiterhin uneingeschränkt die Unschuldsvermutung gilt, und appellierte an ihre Zuschauer, von Hasskommentaren abzusehen.
Mehrstündiges Verhör der Nebenklägerin und schwere Vorwürfe
Wie Kiki berichtet, stand zu Beginn die Aussage von Sophie Imelmann im Mittelpunkt, die über zwei Stunden lang vernommen wurde. Dabei schilderte Sophie die Geschehnisse in der Münchener Unterkunft nach einer TV-Produktion: Zwar sei es im Bett zunächst zu einvernehmlichen Annäherungen und Petting gekommen, sie habe jedoch mehrfach und unmissverständlich klargestellt, keinen Geschlechtsverkehr zu wollen. Trotz dieser Zurückweisung sei es zu zwei ungeschützten Penetrationen gekommen. Nach dem ersten Mal habe sich Yasin entschuldigt und versichert, dass so etwas nie wieder vorkomme, kurz darauf habe er jedoch erneut gehandelt. Sophie habe sich im Anschluss extrem beschmutzt gefühlt und massive Panik vor sexuell übertragbaren Krankheiten sowie einer Schwangerschaft gehabt. Einen vom Gericht thematisierten Täter-Opfer-Ausgleich lehnte Sophie entschieden ab.
Verteidigung hinterfragt Finanzen – Panikattacke im Saal
Laut Kiki versuchten die Verteidiger von Yasin in ihrer Befragung gezielt, die Glaubwürdigkeit und finanzielle Motive der Klägerin infrage zu stellen. Unter anderem wurde intensiv nach ihren Follower-Zahlen sowie nach geschäftlichen Kooperationen nach Bekanntwerden der Vorwürfe gefragt. Als die Anwälte wissen wollten, wie viele Follower Sophie habe, konterte deren Rechtsbeistand trocken:
„Guck doch nach.“
Sophie musste zudem ihre Werbeeinnahmen offenlegen und gab an, für einen Beitrag mit der Caritas rund 1.000 Euro erhalten zu haben. Die andauernde, fordernde Befragung setzte die Klägerin psychisch massiv unter Druck: Sophie erlitt schließlich eine schwere Panikattacke und musste den Saal unter Tränen verlassen, woraufhin die Richterin die Verhandlung unterbrach.
Aurelia Lamprecht bricht nach Zeugenbefragung zusammen
Besonders aufgeladen war der Auftritt von Reality-Bekanntheit Aurelia Lamprecht, die als Zeugin geladen war. Sie schilderte, dass Sophie sich ihr am Morgen nach der Tat völlig aufgelöst anvertraut habe. Aurelia habe sie daraufhin bestärkt, Anzeige zu erstatten:
„Wenn du das nicht wolltest und du Nein gesagt hast, dann ist das eine Vergewaltigung. Du solltest das zur Anzeige bringen.“
Zudem thematisierte Aurelia ihre eigenen vergangenen Erfahrungen mit Yasin und dessen schwere Suchtproblematik. Unter Tränen rief sie im Gerichtssaal:
„Ich habe ihm das Leben gerettet!“
Als die Verteidigung Aurelia zu juristischen Details einer zuvor abgegebenen eidesstattlichen Versicherung ins Kreuzverhör nahm, brach auch sie zusammen. Mit einer Panikattacke verließ sie den Zeugenstand und wurde im Flur unter anderem vom anwesenden Rechtsmediziner und Kiki betreut, ehe sie nach einer Pause offiziell entlassen werden konnte.
Rechtsmedizinisches Gutachten und weitere Zeugen
Neben Melissa Damilia, die im Zeugenstand den Ablauf der Rückreise und die Ankunft in München bestätigte, kam auch ein rechtsmedizinischer Sachverständiger zu Wort. Wie Kiki in ihrem Bericht zusammenfasste, erklärte der Gutachter, dass der von Sophie geschilderte Ablauf aus medizinischer Sicht plausibel und anatomisch denkbar sei. Eine im Raum stehende Audioaufnahme wurde an diesem Prozesstag noch nicht thematisiert, da Sophies Beistand darauf bestand, diese erst offiziell im Saal vorzuspielen, bevor Fragen dazu gestellt werden.
Ausblick auf die kommenden Verhandlungstage
Nach Angaben von Kiki hat das Gericht weitere Termine im Oktober und November anberaumt. An einem der kommenden Sitzungstage soll unter anderem die behandelnde Gynäkologin von Sophie Imelmann als Zeugin aussagen.
Die Vorgeschichte
Verwendete Quellen
- youtu.be:YouTube / @Kikioderkarsten
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