Djamila Rowe rechnet mit Reality-TV-Nachwuchs ab: „Das ist Volksverblödung“

Djamila Rowe nimmt kein Blatt vor den Mund! Die Dschungelcamp-Gewinnerin von 2023 übt scharfe Kritik an der Entwicklung der Reality-TV-Branche. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ spricht die 59-Jährige über inszenierte Streitereien, Sex vor laufenden Kameras und Kandidaten, die vor allem auf schnelles Geld und Bekanntheit aus sind.
Streit und Sex als Erfolgsrezept?
Für Djamila Rowe hat sich das Reality-Fernsehen in den vergangenen Jahren deutlich verändert – und zwar nicht zum Guten. Viele Formate würden ihrer Meinung nach inzwischen vor allem von Provokationen und Grenzüberschreitungen leben.
„Ganz ehrlich: Das ist Volksverblödung“, erklärt sie gegenüber dem „Tagesspiegel“. Besonders kritisch sieht sie, wie sich manche Nachwuchs-Realitystars ihren Platz im Fernsehen sichern.
Es gehört fast schon zum Pflichtprogramm, dass du dich streitest oder dich mit irgendjemandem anlegst.
Dabei gehe es längst nicht mehr nur um verbale Auseinandersetzungen. Auch körperliche Übergriffe, Anspucken oder Schubsen würden zunehmend zur Show gehören. Noch bessere Chancen auf weitere Engagements hätten ihrer Ansicht nach Kandidaten, die vor laufenden Kameras besonders intim werden.
Je mehr du in Formaten gevögelt hast, desto häufiger wirst du gebucht.
Rowe selbst kann diesem Konzept wenig abgewinnen. Abgesehen vom Dschungelcamp verfolgt sie kaum noch Reality-Formate. Stattdessen schaut sie lieber alte Folgen der Krimiserie „Columbo“.
Schnelles Geld und der Traum von der Influencer-Karriere
Auch die finanziellen Beweggründe vieler Teilnehmer sieht die ehemalige Dschungelkönigin kritisch. Manche hätten zuvor kaum gearbeitet, könnten mit einem einzigen TV-Auftritt aber mehrere Tausend Euro verdienen. Gagen von 5.000 bis 10.000 Euro seien für einige bereits ein Anreiz, sich im Fernsehen möglichst auffällig zu präsentieren.
Allerdings habe sich auch die finanzielle Situation in der Branche verändert. Die Gagen seien teilweise deutlich gesunken, weshalb viele Kandidaten darauf hoffen würden, ihre Bekanntheit anschließend über Instagram-Kooperationen zu Geld zu machen.
Doch Rowe warnt davor, kurzfristige Aufmerksamkeit mit langfristigem Erfolg zu verwechseln.
Nur weil man einmal im Fernsehen war, ist man noch lange keine Influencerin.
Djamila Rowe hält sich selbst für „zu lieb“
Ihren eigenen Dschungelcamp-Sieg im Jahr 2023 sieht Rowe als Gegenbeispiel. Damals habe sie nicht durch gezielte Provokationen überzeugt, sondern durch Ehrlichkeit und den offenen Umgang mit ihren Gefühlen.
Gerade Menschlichkeit, Empathie und ein respektvoller Umgang miteinander würden ihr in vielen heutigen Reality-Formaten fehlen. Für die aktuelle TV-Landschaft sei sie deshalb nach eigener Einschätzung mittlerweile „zu lieb, zu langweilig“.
Auch für Kandidaten, deren erhoffte Karriere nach wenigen Auftritten wieder endet, findet Rowe deutliche Worte. Als mögliche Alternative bringt sie dabei augenzwinkernd ihre eigene Erfahrung ins Spiel:
Wenn es blöd läuft, bleibt ihnen danach nur OnlyFans – wie bei mir.
Quelle: Tagesspiegel, aufgegriffen von TAG24.
Verwendete Quellen
- tagesspiegel.de:tagesspiegel.de
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