RTL testet KI und ersetzt bei Ulrich Wetzel echte Darsteller durch generierte Figuren

RTL hat fünf Episoden von „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ mithilfe generativer künstlicher Intelligenz grundlegend verändert. Während der Sender darin einen technischen und wirtschaftlichen Testlauf sieht, fallen die Reaktionen auf die Qualität und die fehlende Kennzeichnung im linearen Fernsehen deutlich kritischer aus.
Neue Fälle aus altem Material: KI verändert Urteile
Gemeinsam mit Constantin Entertainment entwickelte RTL aus bereits produzierten Episoden neue Handlungen. Dafür wurden unter anderem Stimmen synthetisiert, Mundbewegungen angepasst und Bilder bearbeitet. Auf diese Weise ändern sich Figurenkonstellationen, Täter und gerichtliche Entscheidungen; in einem Fall wechselt zudem das Geschlecht der Hauptfigur.
RTL-Programmchefin Inga Leschek beschreibt den Versuch als ersten Schritt für den Einsatz der Technik im täglichen Programm:
„Erstmals zeigen wir im täglichen Grid, was generative KI heute schon leisten kann und was sie für die Zukunft des Erzählens bedeutet. Mit ‚Das Strafgericht' gehen wir bewusst einen ersten aufgeschlossenen Schritt und machen die Möglichkeiten von KI für unser Publikum direkt erlebbar. Zugleich sehen wir ganz klar: Gute Geschichten entstehen auch künftig durch Ideen, Erfahrung und redaktionelle Verantwortung. Technologie erweitert unsere kreativen Werkzeuge.“
Zwischen Neuauflage und Wiederholung: RTL verfolgt große Ziele
Die fünf bearbeiteten Folgen dienen RTL als Pilotprojekt unter regulären Produktionsbedingungen. Max Orgonyi, der bei RTL Deutschland den Bereich Transformation und KI verantwortet, verbindet damit auch konkrete wirtschaftliche Erwartungen. Bis 2030 soll künstliche Intelligenz dem Unternehmen einen Wert von mehr als 150 Millionen Euro bringen.
Den besonderen Charakter der Folgen ordnet Max so ein:
„Der Pilot mit Constantin Entertainment ist ein tolles Beispiel: Es entsteht etwas zwischen neuer Folge und Wiederholung. Und wir stehen erst am Beginn der Möglichkeiten dieser neuen Technologie.“
Sichtbare Schwächen: DWDL kritisiert die technische Umsetzung
DWDL bewertet das Resultat als uneinheitlich. Das Medienmagazin beobachtete unter anderem undeutliche Wörter, nicht passende Lippenbewegungen und steif wirkende Begegnungen zwischen den Figuren. Auch BILD berichtet, dass Unterschiede bei Beleuchtung und Hauttönen bei genauer Betrachtung auffallen können.
Gegenüber BILD stellte RTL klar, dass weitere Versuche nicht ausgeschlossen sind:
„Wir können uns sehr gut vorstellen, weitere Innovationsprojekte dieser Art zu testen.“
Kein Hinweis im Fernsehen: Transparenz bleibt Streitpunkt
Nach Angaben von DWDL werden die KI-Eingriffe bei RTL+ am Ende der Episoden offengelegt. Bei der linearen Ausstrahlung fehlt ein entsprechender Vermerk hingegen vollständig. Das wirft die Frage auf, ob das Publikum ausreichend erkennen kann, dass Stimmen, Bilder und Teile der Handlung technisch verändert wurden.
Im von DWDL dokumentierten Abspann bei RTL+ lautet der Hinweis:
„Teile der Inhalte wurden unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz erstellt.“
RTL erklärt, die erforderlichen Rechte mit den beteiligten Darstellern geklärt zu haben. Der Bundesverband Schauspiel warnt dennoch vor einem Modell, bei dem vorhandene Aufnahmen neue Dreharbeiten und Beschäftigung ersetzen könnten. Ob nach den fünf Folgen weitere Produktionen dieser Art entstehen und RTL seine Kennzeichnung im klassischen Fernsehen anpasst, bleibt offen.
Verwendete Quellen
- media.rtl.com:RTL bringt KI on Air: TV-Premiere für „Ulrich Wetzel - Das Strafgericht" · bild.de · DWDL.de
Transparenzhinweis: Dieser Text entstand mit Hilfe künstlicher Intelligenz und wurde redaktionell geprüft. Hinweise gern an admin@realitystar.de.

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