Nach zehn Monaten: Nele Wüstenberg stillt ab – und spricht über ihr schlechtes Gewissen

Nele Wüstenberg hat eine sehr persönliche Entscheidung mit ihrer Community geteilt: Nach zehn Monaten Stillzeit hat sie ihr Kind abgestillt. Dabei macht sie deutlich, dass nicht äußere Umstände den Ausschlag gegeben haben, sondern ihr eigener Wunsch.
„Nach 10 Monaten Vollstillen habe ich entschieden: Es reicht“, schreibt sie in ihrem Instagram-Beitrag. Weiter erklärt sie: „Nicht, weil ich musste. Sondern weil ich nicht mehr wollte.“ Sie habe ihren Körper wieder für sich haben wollen und irgendwann gemerkt: „Ich kann nicht mehr.“
Nele hatte Angst vor Kritik
Ganz leicht fiel ihr die Entscheidung offenbar trotzdem nicht. „Und trotzdem hatte ich ein schlechtes Gewissen“, gesteht sie. Gleichzeitig sei sie „unheimlich dankbar“ für die vergangenen zehn Monate voller „Liebe, Nähe & Bindung“.
Dass sie überhaupt öffentlich darüber spricht, habe sie zunächst zögern lassen. In der Caption erklärt Nele, dass sie großen Respekt vor den teilweise heftigen Meinungen rund um das Thema Abstillen gehabt habe. Rückblickend sei es für ihre Familie jedoch „wirklich eine der besten Entscheidungen“ gewesen.
Dabei stellt sie auch eine grundsätzliche Frage: „Warum ist Abstillen eigentlich etwas, das wir glauben rechtfertigen zu müssen?“
Viele Mütter können ihre Gefühle nachvollziehen
In den Kommentaren bekommt Nele vor allem viel Zuspruch. Zahlreiche Frauen berichten von ganz ähnlichen Erfahrungen und erzählen, dass auch sie beim Abstillen zunächst mit einem schlechten Gewissen zu kämpfen hatten. Eine Nutzerin schreibt etwa, es sei „so wild“: Stille man vermeintlich zu früh ab, werde man kritisiert – stille man lange, gebe es ebenfalls Kommentare.
Andere betonen, dass jede Mutter selbst entscheiden müsse, wann der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Mehrfach ist zu lesen, dass zehn Monate Stillzeit keineswegs wenig seien und Nele stolz auf diese Zeit sein könne.
Einige Nutzerinnen können nicht nachvollziehen, warum aus dem Thema überhaupt eine öffentliche Diskussion gemacht wird. „Soll doch jeder machen, wie er will“, lautet sinngemäß eine der Reaktionen. Eine andere Kommentatorin bezeichnet die Stilldauer sogar als Privatsache und fragt, warum andere überhaupt wissen müssten, ob und wie lange eine Mutter stillt.
Mit ihrem Posting hat Nele damit genau die Diskussion ausgelöst, die sie selbst anspricht: Warum fühlen sich Mütter beim Thema Stillen und Abstillen offenbar so häufig dazu verpflichtet, ihre ganz persönliche Entscheidung vor anderen zu erklären?

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