Jan Köppen warnt nach AfD-Ergebnis vor Hass und Ausgrenzung
Jan Köppen zeigt sich angesichts des AfD-Ergebnisses bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt tief beunruhigt. In mehreren Instagram-Storys spricht er über politische Ohnmacht, den schwindenden Stellenwert von Fakten und seine Sorge um Menschen, die von rechter Ausgrenzung betroffen sein könnten.
Fast 45 Prozent: Köppen fühlt sich machtlos
Jan setzt sich mit einem AfD-Anteil von fast 45 Prozent auseinander und bezeichnet die Partei als gesichert rechtsextrem. Dass ein solches Ergebnis in Deutschland möglich sei, löse bei ihm vor allem Hilflosigkeit aus. Zu seiner emotionalen Verfassung erklärt er:
„Und ähm, dass das in diese Richtung geht, war klar, aber jetzt wo es ist, macht mich das wirklich ähm, ja, ohnmächtig ist wahrscheinlich äh das richtige Wort, weil alles was davor und jetzt noch dazu gehört, kann man eigentlich eher nur mit Ohnmacht beschreiben.“
Für Jan ist die Entwicklung nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückzuführen. Er verweist auf politische Versäumnisse, soziale Medien und den Versuch anderer Parteien, Wählerinnen und Wähler durch einen Rechtsruck zurückzugewinnen.
Fakten verlieren Gewicht: Emotionen bestimmen Debatten
Ein Kernproblem sieht Jan in einer politischen und gesellschaftlichen Stimmung, in der überprüfbare Informationen kaum noch durchdringen. Diese Entwicklung habe sich während der Corona-Zeit deutlich verstärkt. Seine Einschätzung fällt entsprechend ernüchtert aus:
„Fakten sind einfach wirklich scheißegal. Es geht nur um Emotionen, nur die ganze Zeit.“
Auch mögliche Konsequenzen einer AfD-Regierung würden nach seiner Befürchtung nicht automatisch zu einem Umdenken führen. Selbst bei einem Scheitern könnten erneut andere Parteien verantwortlich gemacht werden, weil Schuldzuweisungen stärker wirkten als sachliche Erklärungen.
Sorge um Betroffene: Privilegien ändern nichts
Jan räumt ein, selbst in einer privilegierten Lage zu leben. Gerade deshalb beschäftigt ihn, wie sich Menschen fühlen müssen, die wegen ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder einer Beeinträchtigung unmittelbar mit Ablehnung konfrontiert sind. Dazu stellt er klar:
„Und trotzdem schließt ein privilegiertes Leben nicht Menschlichkeit aus, weil darum geht's. Weil das, was da passiert ist, Fremdenhass, das ist Ausgrenzung von Menschen, die in irgendeiner Form anders sind, wenn sie nicht in irgendein Bild passen.“
Er unterscheidet dabei zwischen der Partei und ihrer gesamten Wählerschaft. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen politische Konzepte, durch die bestimmte Gruppen ausgeschlossen oder aus dem gesellschaftlichen Alltag gedrängt werden könnten.
Bezahlte Meinung unterstellt: Reaktionen bestätigen seine Kritik
Auf seine ersten Storys erhielt Jan auch Nachrichten, in denen ihm unterstellt wurde, für seine politische Position bezahlt zu werden. Für ihn zeigt diese Reaktion, wie schnell abweichende Ansichten mit einer vermeintlich verborgenen Absicht erklärt werden. Eine der Zuschriften gibt er so wieder:
„Meine Fresse, wie kann man das sagen, so eine Scheiße, du wirst doch bezahlt.“
Jan erkennt darin denselben Mechanismus, der auch größere politische Feindbilder begünstige: Passt etwas nicht zur eigenen Wahrnehmung, werde eine äußere Ursache oder eine schuldige Gruppe gesucht. Deshalb will er trotz der Gegenwehr weiterhin Stellung beziehen.
Als Gegenentwurf zu Hass und Spaltung setzt Jan auf Offenheit und Mitmenschlichkeit. Ob seine ausführlichen Storys Kritiker erreichen, bleibt offen – schweigen möchte er angesichts der Entwicklung jedoch nicht.
Verwendete Quellen
- instagram.com:Instagram-Story / @jankoeppen
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