„Ich zahle gerne Steuern“: Verona Pooth sorgt mit Aussagen zum deutschen Sozialstaat für hitzige Netz-Debatte

Ein Ausschnitt aus der Talkshow „Käpt'ns Dinner“ sorgt in den sozialen Medien für lebhafte Diskussionen. Darin spricht sich Moderatorin und Unternehmerin Verona Pooth offen für das deutsche Steuersystem aus und erklärt, warum sie ihren Spitzensteuersatz gerne entrichtet. In der Kommentarspalte prallen daraufhin Lob, Zynismus und steuerrechtliche Einordnungen aufeinander.
Was Verona Pooth gesagt hat
In einem von der ARD Mediathek auf Instagram veröffentlichten Videoausschnitt aus der Sendung „Käpt'ns Dinner“ äußert sich die 56-Jährige überraschend deutlich zur Steuerpolitik in Deutschland:
„Ich hab ja schon viel Steuern gezahlt – die letzten 30 Jahre immer so um die 45 %. Tue ich auch gerne, weil ich lebe gerne in einem Land ohne Krieg, mit Schulen, die für alle zugänglich sind, mit Krankenhäusern, die auch Leute aufnehmen, wenn sie nicht versichert sind. Das ist ja nicht in jedem Land so üblich.“
Zwar räumt Pooth ein, dass es eine „Katastrophe“ sei, wenn Steuergelder teils verschwendet oder „für nichts verbrannt“ würden, dennoch hebt sie die Vorzüge Deutschlands als freies und funktionierendes Land hervor.
Die Reaktionen: Zwischen Zuspruch und Kritik
Unter dem Posting sammelten sich binnen kürzester Zeit tausende Likes und Kommentare, die ein breites Stimmungsspektrum widerspiegeln:
1. Großer Zuspruch für gesellschaftliche Solidarität
Viele Nutzer loben Pooths Haltung als reflektiert und vorbildlich:
- „Wahrer Patriotismus“: Mehrere Kommentatoren betonen, dass Solidarität und das Einstehen für den Sozialstaat genau das bedeuten – anstatt den Erstwohnsitz bloß aus Steuergründen in Steueroasen zu verlagern.
- Positiv überrascht: Zahlreiche User gestehen, Pooth unterschätzt zu haben: „Wer hätte das gedacht, dass Verona klüger ist als die meisten Menschen in diesem Land“ oder loben ihr Reflexionsvermögen im Vergleich zu ständigen Meckerkulturen.
- Blick über den Tellerrand: Andere Nutzer untermauern die These mit Vergleichen ins Ausland (u. a. USA, Südkorea oder Kambodscha), wo Bildung und Gesundheit oft mit existenzbedrohender Verschuldung einhergehen, weshalb das deutsche Grundprinzip schützenswert bleibe.
2. Dubai-Vorwürfe und die Vergangenheit ihres Mannes
Auf der anderen Seite schlägt Pooth auch spürbare Skepsis entgegen:
- Wohnsitz in Dubai: Häufiger Kritikpunkt in den Kommentaren ist die Frage nach ihrem aktuellen Lebensstil: „Deshalb ist sie auch nach Dubai ausgewandert“, merkten einige spöttisch an. Andere User halten dem jedoch entgegen, dass in Deutschland generierte Einnahmen gemäß Außensteuergesetz weiterhin steuerpflichtig bleiben und der Umzug primär schulische Gründe für ihren Sohn gehabt habe.
- Verweis auf Franjo Pooth: Wiederholt wird an die Insolvenz ihres Ehemannes Franjo Pooth aus dem Jahr 2008 erinnert – garniert mit der Frage, wie es denn damals um dessen Zahlungsbereitschaft und die Forderungen der Gläubiger stand.
- Kritik an der Relation: Einzelne User geben zu bedenken, dass 45 % bei Spitzenverdienern wirtschaftlich deutlich weniger schmerzen als bei Bürgern knapp oberhalb der Freibeträge („45 % auf 100.000 € ist ein Unterschied zu 45 % auf 500.000 €“).
Fazit
Mit ihrem Bekenntnis zu hohen Abgaben hat Verona Pooth einen Nerv getroffen. Während viele ihr Statement als erfrischend patriotisches Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft feiern, dient der Post Kritikern als willkommener Anlass, über Steuerverschwendung, Promi-Lebenswelten und Promi-Wohnsitze herzuziehen.
Verwendete Quellen
- instagram.com:instagram / @ardmediathek
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